Gran Canaria 2025 … and the small little things
Als Sonnenanbeter zieht es uns während des grauen Winters in Deutschland auf die kanarischen Inseln, nach Gran Canaria. Das „Warum“ liegt auf der Hand: Sommer-Feeling.
Auf den Kanaren herrscht das ganze Jahr über ein angenehmes Klima. Mitte Februar verleben wir hier sonnige Tage am Meer bei 21 bis 24 Grad. Kein Wunder, dass Gran Canaria ein Hotspot für Winter-müde Seelen ist, die es bevorzugen, auf der sunny-side das Leben zu verbringen. Für viele bedeutet das, dem Sommer hinterher oder etwas entgegen reisen zu müssen.
Gran Canaria ist eine recht vielfältige Insel der Kanaren. Etwa 236 Kilometer Küste, davon fast 60 Kilometer Strand umranden das Leben auf dem Eiland. Gran Canaria zählt belebte Sandstrände, Berge zum Wandern, eine offene Kultur und kulinarische Highlights, insbesondere für Fischliebhaber. Was braucht man mehr, um dem Winter ein paar Tage zu entfliehen, bei gerade mal 4,5h Flugstunden von Frankfurt am Main. Ein überschaubarer Preis für sommerliche Glücksgefühle. Mitten im Februar brennt einem hier mindestens 8 Stunden Sonne auf die Haut. Die Tage sind warm, genauso freundlich wie die Menschen, die uns hier begegnen. Gran Canaria ist absolut eine Anti-Winter-Location.
Um schnell ins Urlaubsfeeling zu kommen, schlagen wir unser Lager im Süden von Gran Canaria auf, am Sandstrand von Maspalomas. Da der Strand weltbekannt ist, beschränken wir uns auf die Beschreibung: „gefühlt endloser, goldener Sand an der Küste entlang, von Playa del Ingles bis zum Leuchtturm von Maspalomas, passiert man die Dünenlandschaft ohne jemals allein auf Wanderschaft zu sein“.

Wir nächtigen im Hotel Faro, direkt an der Strandpromenade, das seit 2020 zur neuen Brand der spanischen Hotelfamilie Lopesan gehört. Das „Lopesan Collection“-Haus ist ein modernes 5-Sterne-Hotel. Stylish, cosy mit zauberhaften Blick aufs Meer.
Für uns sind es die berühmten Kleinigkeiten, weshalb wir uns schnell wohlfühlen. Es sind doch immer die Kleinigkeiten und ihre Summe, die über Urlaubsgefühle und Wohlempfinden entscheiden. Wenn man z.B. als Willkommenspaket Schokolade, Wein, Sonnencreme und Aftersun auf dem Zimmer findet. Wenn man eben nicht eine Zimmerkarte im Zimmer stecken lassen muss, um Strom zu haben. Wenn man nach einer zufälligen Unterhaltung an der Rezeption übers Radfahren auf Gran Canaria einen Brief auf dem Zimmer mit möglichen Fahrradtouren findet…

Das Haus ist renoviert und die Zimmer sind modern gestaltet. Die Lage kann nicht besser sein, direkt am Strand von Meloneras. Ein erster Blick von der Terrasse führt direkt raus aufs Meer. So kommt man an, im Urlaub. Die Poollandschaft ist stilvoll, sehr gepflegt mit luxuriösen Sunbeds, die sich weitläufig auf Holz und hellen Fliesen aufreihen.
Wir gehen früh morgens zum Frühstück. Ab 7:30Uhr ist das möglich und 7:40 geht die Sonne auf. Mit frischgepressten Orangensaft, Tortilla und ein bisschen Kaviar schauen wir in diesen frühen Stunden den Surfern zu, wie sie sich mutig den Wellen des Atlantiks stellen. Wir haben Zeit – und die genießen wir auf der Terrasse, während die Sonne angenehm unsere Gesichter wärmt.
Um 10:30Uhr werden wir von Jani abgeholt. Jani und Tanja, ein Pärchen, das ursprünglich aus Finnland stammt, besitzen einen Katamaran, der in der Marina von Pasito Blanco liegt. Der Ausgangspunkt unserer chilligen Bootsfahrt entlang der Südküste Gran Canarias, mit allem, was das Herz begehrt: kühle Drinks, entspannte Musik, Sonne, ruhige See und zwei herausragende Gastgeber, die unsere Zeit an Bord noch mehr zu etwas Besonderen machen. Dabei könnte die kleine Fahrt geradezu profan auf unsere Kapitänin und unseren Skipper wirken, sind die beiden doch fünf Jahre lang von ihrer Heimat Finnland nach Malaysia gesegelt. Nach diesem Abenteuer war den beiden dann klar, dass sie nicht mehr in ihr altes Leben zurückkehren wollten. Finnland war ihnen zu kalt geworden. Also verkauften sie ihr Haus, siedelten um nach Gran Canaria und kauften die „Bellavista“, den Katamaran, mit dem sie heute Besucher der Insel gemütlich übers Meer geleiten. Zwei echte Seefahrer-Seelen.

Allmählich geht die Sonne unter und wir bekommen Hunger. Daher springen wir zunächst schnell unter die Dusche und dann ins Taxi Richtung Playa de Ingles. Wir fahren ins Restaurant Rias Bajas. Statt in touristischer Lage an der Strandpromenade liegt das traditionelle Lokal neben dem Kulturzentrum Yumo, bzw. dessen großen Parkplatz. Das Haus an sich: unscheinbar. Weder abstoßend noch ansprechend. Dann gehen wir ein paar Stufen tiefer ins Lokal, dabei fällt unser Blick direkt aufs reich bestückte Hummerbecken. Kein Wunder, das Rias Bajas ist inselweit bekannt für seine herausragende Fisch- und Meeresfrüchte-Küche. Der Raum an sich ist minimalistisch maritim gehalten und immer gut besucht. Wie waren von fünf Tagen auf Gran Canaria fünf mal im Rias Bajas essen. Daher kann ich beurteilen, dass das Restaurant jeden Abend vollbesetzt und die delikaten Speisen von gleicher Qualität waren. Und dass man definitiv reservieren sollte, wenn man dort speisen möchte. Wie wird man dort zum Wiederholungstäter? Nun, zum einen sollte man schon gerne Fisch oder Meeresfrüchte essen, wobei das Steak mit Pommes ebenso köstlich war. Doch es ist die echte Gastfreundlichkeit, die uns anzieht.

Der Maitre José Tomei ist die gute Seele des Hauses. Er kennt seine Gäste oder gibt ihnen zumindest das Gefühl. Ihn haben wir schon vor Jahren im Rias Bajas angetroffen und so ist es auch heute noch. Seine spanischen Gäste begrüßt er in Spanisch, seiner deutschen Gäste bittet er auf Deutsch um die Bestellung und bei den Niederländern bedankt er sich auf Holländisch, bevor er die französischen Gäste am Nachbartisch mit „au revior“ verabschiedet. Aber nicht, ohne ihnen noch einen Hierbas auszugeben. Ja, es hat sich herumgesprochen auf Gran Canaria, dass dies wohl das beste Fischrestaurant der Insel ist, so dass sich jeden Abend ein buntes, internationales Publikum einfindet.
So vergehen die Tage und Abende wie im Flug. Sonne, Strand, Meer und gutes Essen. Kleiner Luxus mit großer Wirkung.